Eine Gruppe von Kindern unterschiedlicher Altersgruppen sitzt und steht in einem hellen Raum auf einem gemusterten Boden.

Weltweite Projekte der internationalen Solidarität

Dem Blindenapostolat Südtirol ist es wichtig, Solidarität mit strukturell benachteiligten Menschen weltweit zu zeigen.
Im Vordergrund standen für den Verein von Anfang an das gegenseitige Kennenlernen, der persönliche Kontakt und der Austausch auf Augenhöhe zu Partnerorganisationen aus dem Osten und Süden. Oft kamen Mitglieder des Vereins bei Kongressen und anderen Veranstaltungen mit Gästen aus verschiedenen Ländern ins Gespräch. Es folgten Adressen- und Briefaustausch, Telefonate und zu einem späteren Zeitpunkt gegenseitige Besuche.

Bei diesen Begegnungen stellte sich des Öfteren heraus, dass Menschen auf materielle Unterstützung angewiesen waren. Maria Fischnaller-Pircher war es wichtig, diese Betroffenen durch spezifische Aktionen und Projekte zu unterstützen und zu ermutigen.

Sie erinnerte dabei daran, dass auch das Blindenapostolat Südtirol in den harten Jahren des Aufbaus in vielfältiger Form Hilfe aus dem Ausland erhielt. Diese erfahrene Solidarität wollte sie in Form von persönlichen Beziehungen, moralischer und materieller Unterstützung weitergeben.

Erste Anfänge und Entwicklung

Das Blindenapostolat Südtirol hat beim Aufbau von Blindenorganisationen in Ungarn, Rumänien, Polen, Litauen, Kroatien, Bosnien und der Ukraine geholfen.

Zudem unterstützt der Verein seit Maria Fischnaller-Pirchers erstem Besuch des Camillian Social Center Chiangrai in Thailand im Jahr 1984 außereuropäische Projekte. Es wurden einige Aktionen von blinden, sehbehinderten und körperbehinderten Menschen, ihren Freunden und Freundinnen ins Leben gerufen, durch welche bis heute beeindruckende Spendensummen erzielt werden.

  • Den Startschuss gab ein Projekt, durch welches die Aushebung eines großen Wasserbeckens in einem Zentrum für leprakranke Patienten und Patientinnen in Khokwat in Thailand, realisiert werden konnte.
  • Ein weiteres Projekt, das früh ins Leben gerufen wurde und bis heute läuft ist das Patenschaftsprojekt für strukturell benachteiligte Kinder, die im Camillian Social Center Chiangrai in Thailand leben. Jährlich wurden über 200 Patenkinder unterstützt und auf ihrem Lebensweg begleitet. Inzwischen hat sich die allgemeine Situation in Thailand erfreulicherweise verbessert, sodass weniger Kinder auf Unterstützung aus dem Ausland angewiesen sind. Dennoch bleibt es ein großes Anliegen der Kamillianischen Familie Südtirol und des Blindenapostolates, dort zu helfen, wo Unterstützung weiterhin dringend benötigt wird. In Zusammenarbeit mit Pater Walter Coronel und der örtlichen Pfarrcaritas wurde daher im Sommer 2025 ein neues Projekt in Portoviejo (Ecuador) ins Leben gerufen. Bedürftige Kinder und ihre Familien werden dort begleitet und unterstützt. Durch eine Patenschaft erhalten die Kinder Zugang zu Bildung und damit eine echte Zukunftsperspektive.

    Bereits in der Vergangenheit konnten wir gemeinsam mit Pater Walter verschiedene soziale Initiativen fördern, wie etwa den Ankauf von Rollstühlen oder die Unterstützung eines Mensadienstes für bedürftige ältere Menschen. In ihm haben wir einen verlässlichen Ansprechpartner vor Ort gefunden, mit dem wir in regelmäßigem, persönlichem Austausch stehen. Möchten auch Sie eine Patenschaft übernehmen?

  • Noch ein Projekt, das 1993 ins Leben gerufen wurde und bis heute läuft, ist das Projekt „Mahlzeiten“. Ursprünglich ist es Straßenkindern in Manila auf den Philippinen zugutegekommen. Heute wird es auf der Insel Flores in Indonesien fortgesetzt. Die Menschen vor Ort erhalten regelmäßig Lebensmittelpakete.

 

In den vergangenen Jahren wurden zudem verschiedene Transporte mit Lebensmitteln, Bekleidung und Baumaterialien nach Kroatien organisiert. Einer blinden Frau aus der Ukraine wurde zweimal zu einer neuen Arm-Prothese verholfen.

Die Gegenwart

Nachdem die ersten Projekte realisiert wurden, kam die Idee auf, auch bei politischen und kirchlichen Einrichtungen und Ämtern um finanzielle Mittel anzuklopfen. Erste Adressen sind dabei die Autonome Provinz Bozen, die Autonome Region Trentino-Südtirol und die Gemeinde Bozen, die immer wieder einen Weg finden unsere Projekte zu genehmigen und mitzufinanzieren. Eine wichtige Partnerorganisation ist auch das „Missio“-Amt der Diözese Bozen-Brixen, das über wertvolle Verbindungen zu Organisationen und Helfer aus aller Welt verfügt. Nur durch ihre Unterstützung können wir diese dankbare Arbeit verrichten.

Das Blindenapostolat Südtirol zeichnet sich besonders durch seinen intensiven persönlichen Kontakt mit den Menschen und Organisationen vor Ort aus. Nur durch diesen engen Austausch und die auf großes Vertrauen basierende Zusammenarbeit gelingt es dem Verein, die Organisationen und deren Anliegen dementsprechend zu vertreten und zu garantieren, dass die selbst aufgebrachten Spendengelder und die Beiträge der öffentlichen Hand für die vorgesehenen Zwecke verwendet werden.

Es wurden und werden Projekte realisiert, die u.a. die Renovierung verschiedener sozialer Zentren für Menschen mit Beeinträchtigungen und den Ausbau von Blindenschulen, die Gewährleistung einer sicheren Trinkwasserversorgung, die Unterstützung blinder und sehbehinderter Kinder durch inklusive Schulbildung, ermöglichen.

Wir als Blindenapostolat-Team erfreuen uns an der Arbeit im Bereich der internationalen Zusammenarbeit. Mit der Tätigkeit sind sehr viel Arbeit, Geduld, Einsatz und Fingerspitzengefühl verbunden. Immer wieder müssen lokale Gegebenheiten, u.a. in Thailand, Ecuador, Indonesien, Laos, Bangladesch, Indien, Bolivien, Peru und Kolumbien berücksichtigt und mit Veränderungen des Projektverlaufes gerechnet werden. Gerade trotz immer wieder auftretender Schwierigkeiten freuen wir uns jedes Mal aufs Neue, einen kleinen solidarischen Beitrag leisten und zumindest ein paar strukturell benachteiligten Menschen ein Leben in Würde ermöglichen zu können.

Nähmaschinenankauf für die Ausbildung von Mädchen und jungen Frauen in Chiang Rai - Thailand, realisiert in Zusammenarbeit mit Gemeinde Bozen

Kauf von 40 Rollstühlen für armutsbetroffene Menschen mit Beeinträchtigung in der Provinz Manabí Ecuador, realisiert in Zusammenarbeit mit der Region Trentino-Südtirol

Patenschaftsprojekt Camillian Social Center Chiangrai in Thailand